SZ 29.05.2026
16:11 Uhr

(+) Handelspolitik: Die EU wappnet sich gegen China –  und Deutschland zögert


Einigkeit sieht anders aus: Während Wirtschaftsministerin Reiche sich um Annäherung bemüht, weitet die Europäische Union ihre Schutzinstrumente gegen Pekings aggressive Industriepolitik aus.

(+) Handelspolitik: Die EU wappnet sich gegen China –  und Deutschland zögert
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in der Großen Halle des Volkes mit Chinas Vizeregierungschef He Lifeng. Johannes Neudecker/dpa

Während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am Mittwoch im Pekinger Handelsministerium sitzt und mit ihrem chinesischen Amtskollegen über eine Vertiefung der Beziehungen spricht, steht einige Kilometer entfernt Engin Eroglu im Garten einer unscheinbaren Vertretung im Botschaftsviertel und zupft an seiner Krawatte. Hinter dem Europaabgeordneten der Freien Wähler erhebt sich ein funktionaler Bau, darüber weht eine blaue Flagge mit zwölf gelben Sternen. Es ist die Botschaft der Europäischen Union. In Brüssel haben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und mehrere Mitgliedsstaaten gerade einen Vorstoß unternommen, wie Europa auf Chinas Handelspolitik reagieren sollte. „Die Position der deutschen Bundesregierung ist, ich will mal sagen, kaum zu spüren“, sagt Eroglu. Schade sei das. Neu allerdings nicht.

Deutschlands Wirtschaftsministerin hat sich nach China aufgemacht und staunt über den Fortschritt dort. Dabei ist genau dieser Fortschritt ein Teil ihres größten Problems.

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